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Schimmel auf Filtermedien 

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Schimmelbildung auf Filtermedien?

In der Luft befinden sich zahlreiche Partikel, die sich aus Staub, Bakterien, Keimen, Viren und auch Pilzsporen zusammensetzen. Die Pilzsporen bilden die Grundlage für die Schimmelbildung, die nicht nur lästig, sondern auch gesundheitsschädlich sein kann. Besonders bei Menschen mit Immunschwächen, wie Kindern, älteren und kranken Menschen kann Schimmel zu Atemwegserkrankungen führen.

Die Grundlage für Schimmelbildung ist Feuchtigkeit! Darüber hinaus brauchen die Schimmelpilze aber auch einen organischen Nährboden. Als Nährboden reicht selbst Staub schon aus, um das Wachstum von Schimmel in Verbindung mit Feuchtigkeit zu forcieren.

Wenn Schimmel nur Feuchtigkeit und so wenig an Nährboden benötigt, drängt sich doch gleich die Frage auf, wie verhalten sich Schimmelsporen auf Filtermedien zur Luftreinigung? - Ist es möglich, dass sich Schimmel auf Filtermedien bilden kann?

Dieses Problem wurde oft diskutiert und mehrfach wissenschaftlich untersucht. Eine eindeutige Beantwortung dieser Frage mit „Ja“ oder „Nein“ ist allerdings nicht möglich, weil unterschiedliche Faktoren zusammenwirken müssen, um Schimmelbildung auf Filtermedien zu ermöglichen.

Vom Prinzip erfüllen Filtermedien zur Luftreinigung die Grundvoraussetzung für die Schimmelbildung. Die Filter werden vorwiegend in Lüftungsanlagen eingesetzt, um dort Staub, Bakterien, Keime, Viren und Pilzsporen abzuscheiden. Darüber hinaus enthält die zu filternde Luft Feuchtigkeit, die sich an dem Filtermedium niederschlagen kann. Die Vorraussetzungen sind quasi geschaffen.

Bevor wir jedoch zum Kern der Fragestellung gelangen, sollten wir vorab auf die Filtermedien zur Luftreinigung kurz eingehen. Filtermedien zur Luftreinigung werden in der Regel in drei Stufen gegliedert.

  1. Grob- / Feinstaubabscheidung
  2. Schwebstoffabscheidung
  3. Gasabscheidung

Da die Gasabscheidung in der Regel über Aktivkohlefilter geschieht, möchten wir an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen. Anzumerken sei nur, dass eine Schimmelbildung bei Aktivkohlefiltern absolut ausgeschlossen ist. Die Aktivkohle entzieht der durchströmenden Luft so viel Feuchtigkeit, dass der Nährboden für Schimmel entzogen wird.

Die Grobstaubabscheidung geschieht in der Regel über Filtermedien der Filterklassen G1 – G4, die Feinstaubabscheidung über die Filterklasse F5 – F9 und die Schwebstoffabscheidung über die Filterklassen H10 – U17 (vergl. Beitrag: Filtermedien schützen ). Bei allen Filterklassen kann es grundsätzlich vorkommen, dass eine Schimmelbildung auftritt.

Grobstaub-, Feinstaub- und Schwebstofffilter werden in der Regel aus Materialien hergestellt, die entweder synthetischen Ursprungs sind oder aus Glasfasermaterialien erzeugt wurden. Beide Materialien sind nicht organisch und bieten somit in Ihrer Zusammensetzung keinen Nährboden für Schimmel.

Dennoch, Feinstaub- und Schwebstofffilter sind ja darauf ausgerichtet neben den mehrfach aufgeführten Stäuben, Bakterien, Keimen, Viren auch Pilzsporen abzuscheiden. Und genau dort liegt nun die Ursachen für eine eventuelle Bildung von Schimmel.

Schimmel braucht Feuchtigkeit

Schimmel braucht Feuchtigkeit und einen organischen Nährboden. Der organische Nährboden ist nicht durch das Filtermedium an sich, sondern durch den Belag (Staub, Bakterien etc.) gegeben. Und die Feuchtigkeit? – Da nun Synthetikfasern und auch Glasfasern nicht in der Lage sind Feuchtigkeit ähnlich wie Aktivkohle aufzunehmen, kann sich an den Fasern und dem Staub Feuchtigkeit anlagern, so das der Nährboden für die Schimmelsporen gegeben ist.

Bei einem nicht beladenen Feinstaub- oder Schwebstofffilter würde die anhaftende Feuchtigkeit von der durchströmenden Luft von den Fasern „fortgetragen“, das Filter wäre trocken.

Da jedoch die Fasern mit Staub, Bakterien etc. belegt sind, sammelt sich in dem Belag die Feuchtigkeit, so dass die Kombination als Nährboden für Schimmelbildung dient. Daraus ergibt sich, dass nicht das Filtermedium von Schimmel befallen ist, sondern der Filterbelag.

Je mehr Partikel also auf dem Filtermedium angelagert sind, um so größer ist die Gefahr von Schimmelbildung.

Nun stellt sich nur noch die Frage: Wie gefährlich ist die Schimmelbildung für den Anwender? – Diese Frage müssen wir differenzierter betrachten. Ist ein Filtermedium mit Schimmel befallen, so kommt es darauf an, welche Filterklasse das Filtermedium erfüllt.

Die Schimmelbildung erfolgt in der Regel auf der Luftanströmseite, also der Filterseite, die der schadstoffbeladenen Luft zugewandt ist. Beginnt die Schimmelbildung, so besteht nun die Gefahr des Durchwachsens des Schimmels. Das heißt der Schimmel „wandert“ durch das Filtermedium hindurch und beginnt auch auf der Luftabströmseite zu wachsen.

Das Durchwachsen des Schimmels geschieht jedoch in der Regel nicht bei allen Filterklassen. Ab der Filterklasse H (HEPA-Filter, Durchlassgrad < 1 µm, sowie ULPA) aufwärts,  ist dieser Fall nahezu ausgeschlossen. Bei den Filterklassen unterhalb der HEPA-Filter, also Feinstaub- und Grobstaubfilter (Filterklasse F und G) ist ein Durchwachsen des Schimmels nicht ausgeschlossen, da diese Filterklassen einen Teilchen-Durchlassgrad > 1 µm besitzen. Die Teilchengröße der Pilzsporen liegt zwar in der Regel bei 5 – 10 µm, dennoch kommt es vor, dass derartige Filter von Schimmel durchwachsen sind.

 

Schimmel kann zu Atemwegserkrankungen führen, wenn die Pilzsporen in den Rachen- und Lungenbereich eindringen. Daher kann Schimmel gesundheitsgefährdend sein. Gerade darum werden in der Lüftungstechnik Feinstaubfilter und zum Teil Schwebstofffilter eingesetzt, um derartige Gefahren zu minimieren. Wie vor beschrieben, ist eine Schimmelbildung an bestimmten Filtermedien möglich. Befindet sich der Schimmel an der Luftanströmseite, besteht in der Regel kaum eine Gefahr, das Filtermedium (Filterklasse F6 aufwärts) hält die Sporen zurück. Ist der Schimmel jedoch durchgewachsen (Filterklassen < F6) und an der Luftabströmseite vorhanden, besteht die Gefahr durch das Eindringen der Schimmelsporen in den Frischluftbereich.

Mit Ausnahme der Grobstaubfilter (Filterklasse G) haften die Schimmelsporen an den Fasern des Filtermediums. Durch die statische Aufladung der Faserstruktur (Filterklassen F, H und U) ist es auch kaum möglich, dass die Schimmelsporen sich von den Fasern lösen. Doch damit ist die Gefahr keineswegs gebannt.

Verbleibt ein Filtermedium lange genug in der Lüftungsanlage, so besteht die latente Gefahr, dass der Schimmel weiter wächst, bis er schließlich den Rahmen oder sogar das Lüftungsrohr erreicht. Von dort kann der Pilz sich weiter ausbreiten und das gesamte Lüftungsrohr sowie das Filter bewachsen. Im schlimmsten Fall können die Schimmelsporen die Filterdichtungen schädigen. Von dort gelangen die Sporen in den Frischluftbereich und können gesundheitsgefährdend wirken.

 

Filteranlagen bergen oft latente Gefahren durch Schimmelbildung. Gerade Großlüftungsanlagen sind von einem Schimmelbefall am ehesten betroffen. Die Lüftungskanäle sind lang, die Wartung ist beschwerlich und durch vielfältige Verzweigungen entstehen Nischen, in denen sich die Schimmelsporen ablagern können und der Nährboden gegeben ist. Darüber hinaus ist die Wartung kostenintensiv und die Filtereinsatzzeit wird mehr als ausgeschöpft. Aber auch kleine Lüftungsanlagen können von Schimmelbildung befallen werden, je nach Einsatzzeit und Einsatzort. So sind insbesondere Anlagen in Bereichen hoher Luftfeuchtigkeit sowie einer erhöhten Anzahl von biologischen Partikeln (Sporen, Bakterien, Keime etc.) davon betroffen.

Aus den oben angeführten Gründen ist es daher ratsam, die Lüftungsanlagen und deren Filtermedien in regelmäßigen Wartungsintervallen zu kontrollieren. Die Wartung muß die Kontrolle der Anlage, der Lüftungsleitungen und nicht zu letzt die Prüfung der Filtermedien auf Schimmelbildung, Feuchtigkeit und Verschmutzung / Beladung der Filter beinhalten.

Sollte dennoch eine Schimmelbildung erkannt werden, so ist die Anlage abzuschalten, die Filtermedien sind zu entfernen, die komplette Anlage ist zu desinfizieren und neue Filtermedien sind einzusetzen. 

Abschließend noch einmal die Frage: Schimmel auf Filtermedien? – Bei ordnungsgemäßen  Wartungsintervallen, inklusive Reinigung und regelmäßigem Filterwechsel vom Prinzip nicht möglich!

 
                

 

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